Zum Stück:
Anne Frank fährt gern Fahrrad, lästert über Mitschüler und ist ein ganz normales, quirliges Mädchen. Wie so viele muss die jüdische Familie vor den Nazis flüchten. Mit den Eltern auf engstem Raum zusammengepfercht, in ständiger Angst vor Bombenangriffen und vor der Entdeckung hält sie sich zwei Jahre in einem Amsterdamer Hinterhaus versteckt. Ihre Ängste, den Alltag im Versteck, aber auch die erste Liebe vertraut sie ihrem Tagebuch an. Doch dann wird die Familie verraten. Anne Frank stirbt kurz vor Kriegsende im Konzentrationslager Bergen-Belsen. Durch ihr Tagebuch wird sie zum Symbol für die Verfolgung und Ermordung von sechs Millionen Menschen.
Die Fassung für eine Schauspielerin aus Originaltexten des Tagebuchs stellt Anne Franks ungebrochenen Lebensmut in den Mittelpunkt.

 

Die Rhein-Neckar-Zeitung (Heidelberg) schrieb über die Inszenierung: "Sigrid Meßner ist eine starke Anne Frank: impulsiv, temperamentvoll und ganz und gar überwältigt vom Überdruck all der widersprüchlichen Gefühle einer Dreizehnjährigen an der Schwelle zum Erwachsenwerden. Glaubhaft in jedem Moment der eindringlichen Aufführung."

"Die soundsovielte deutschtürkische Integrationsdebatte - das kann auch furchtbar öde sein. Aber Sigrid Meßner setzt auf Tempo, Humor und jugendliche Frische, platziert die Pointen zielgenau und betont damit zugleich die stillen, melancholischen Momente. Ulrike Gronow und Fabian Kloiber, obwohl längst keine Teenager mehr, überzeugen in ihren Schüler-Rollen und kommen als Sympathieträger glaubhaft rüber. (...) Das tatsächlich jugendliche Publikum reagierte: langer Applaus, nicht zuletzt für die Regisseurin und für Simone Anton, die ein Bühnenbild schuf, das ausschließlich aus billigen Plastiktüten und -decken besteht."

Landeszeitung, 11.02.2012